Es gab Zeiten, da schienen Touchscreen-Anwendungen in Science-Fiction-Filme zu gehören, in denen Wissenschaftler auf einem Fernsehbildschirm mit einer Art künstlicher Intelligenz herumtippten. Dann
wurden Touchscreen-Bildschirme Realität - wenn auch eine recht kostspielige. Aus diesem Grund haben Touchscreen-Bildschirme den Automobilmarkt bisher nicht erobern können, außer vielleicht bei eingebauten Navigationssystemen in Fahrzeugen aus den höheren Segmenten. Aber
Johnson Controls ändert das.
Kosteneffizienz
Ingenieure des Unternehmens haben einen monochromen Touchscreen-Bildschirm entwickelt, der
keine teuren Folien auf der Glasoberfläche des Bildschirms
benötigt. Dadurch wird die Herstellung von Touchscreen-Bildschirmen für automobile Anwendungen kosteneffizient. Gleichzeitig wird es
möglich, diese Touchscreen-Technologie auch in untere Fahrzeugsegmente zu integrieren. Das sind gute Neuigkeiten, aufgrund des notorischen Platzmangels, der in Reichweite des Fahrers herrscht und des kontinuierlich wachsenden Bedürfnisses des Kunden nach mehr Komfort, Informations- und Entertainmenttechnik im Fahrzeug.
Wie funktioniert's? Johnson Controls verwendet dabei nicht die herkömmlichen Folienbeschichtungen, die die programmierbaren Berührungspunkte in Touchscreen-Bildschirmen möglich machen, sondern einen Sensorenmechanismus, der in das Glas des Flüssigkristalldisplays (LCD) eingelassen ist. Der LCD-Bildschirm verfügt so über mehrere berührungsempfindliche Bereiche, an denen Fingerberührungen durch einen kapazitiven Effekt erkannt werden können. So kann der Bildschirm kosteneffektiv
programmiert werden, um unterschiedliche Befehle zu erkennen.
Neue Möglichkeiten
Dadurch wird dem automobilen Interieur ein großes Potenzial an Touchscreen-Anwendungen ermöglicht. Des Weiteren eröffnet diese innovative Technologie den Automobilherstellern
neue ergonomische und designtechnische Möglichkeiten, da Design und Entwicklung nicht mehr durch Bedienelemente und die Konfiguration der Anzeige beschränkt werden. Darüber hinaus
können Touchscreen-Bildschirme Platz sparen, indem sie zahlreiche Funktionen in einem Gerät vereinigen. Des Weiteren profitieren die Konsumenten von der intuitiven Bedienung und der geringeren Komplexität.
Als das erste Beispiel dieser neuen Technologie, welche bereits für monochrome Bildschirme erhältlich ist, hat Johnson Controls eine
Touchscreen-Klimabedieneinheit entwickelt, die weniger Bauraum benötigt und dennoch alle Bedienoptionen von Klimaanlagen hat. So werden 20 Knöpfe ersetzt; und dadurch wird Platz geschaffen.
Größere Verbreitung
Das Beste ist, dass aufgrund der Kosteneffizienz des folienlosen Systems mehr Menschen in den Genuss der neuen Technik kommen können. "Die neuen Touchscreens haben das Potenzial, auch in den unteren und mittleren Fahrzeugsegmenten neue Informations- und Bedientechnologien einzuführen", sagt Thomas Patzelt, Vice President and General Manager Electronics Europe bei Johnson Controls. Thomas Patzelt sagt, dass die ersten Anwendungen dieser neuen Touchscreen-Bildschirme - keine Nachrüstlösungen -
2009 erhältlich seien. Bei der neuen Touchscreentechnik handelt es sich nicht um eine Nachrüstlösung.